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Hey Leute!

Um euch bei den Entscheidungen, die euch noch bevorstehen vielleicht etwas behilflich sein zu können und euch eine bessere Vorstellung von einem Auslandsaufenthalt in Neuseeland zu geben habe ich hier mal einen Bericht von meinem Aufenthalt 2008 in Neuseeland geschrieben.

Bei mir war dieser „Abenteuertrip“ eher eine spontane Idee. Ich wollte mal raus aus dem Alltag, irgendwo hin, wo es ganz neue Sachen für mich zu entdecken gab und mal möglichst weit weg von zu Hause. Das ist mir mit Neuseeland auch sehr gut gelungen. Dieses Land hat mich schon vorher begeistert, weil ich die vielen Bilder von der wunderschönen Landschaft kannte und mir hab sagen lassen, dass die Leute „da unten“ super nett sein sollen.

Mein Glück war es nun, dass Almut eine gute Freundin meiner Mutter ist und wir so ganz einfach Kontakt nach Neuseeland herstellen konnten. Ich und meine Eltern hatten, als wir Almut erstmals mit dem „Austauschanliegen“ kontaktiert hatten, so ziemlich keine Ahnung von nichts. Um uns einen Überblick und eine Vorstellung von der Sache zu verschaffen hat Almut sich wirklich sehr viel Mühe gegeben und großes Engagement gezeigt. Sie hat uns Schulen vorgeschlagen, die ich hätte besuchen können, und sich dort auch gleich mit den entsprechenden Ansprechpersonen in Verbindung gesetzt und uns mit ihnen in Kontakt gebracht. Als ich mich für eine Schule entschieden hatte, tat sich jedoch das Problem auf, dass diese Schule nur Austauschschüler aufnimmt, die einen Aufenthalt von mindestens sechs Monaten planen. Ich wollte jedoch nur für sechs Wochen bleiben. Diese Hürde konnten wir nur mit Almuts Hilfe überwinden, die mehrere Gespräche mit der Schule geführt hat, um mir dort für nur wenige Wochen einen Platz zu verschaffen.

In den sechs Wochen meines Aufenthalts hatte ich jeder Zeit die Möglichkeit mich mit Almut in Verbindung setzen zu können und ihr  von möglichen Problemen oder vor allem positiven Erfahrungen zu berichten. Die Schule hat mir zwar auch einen so genannten „guardian“ zur Seite gestellt, mit dem ich über Probleme und ähnliches reden konnte, aber bei Almut hatte ich den großen Vorteil, dass sie deutsch spricht. Da ist es natürlich grade am Anfang, wenn man sich mit der Sprache noch nicht so sicher fühlt oder sich nicht so gut ausdrücken kann hilfreich, wenn man jemandem zum Reden hat, mit dem man sich einfach unterhalten kann, ohne dass einem wichtige Worte im Wortschatz fehlen.

Für mich war es somit ein gutes Gefühl Almut „zur Sicherheit“ hinter mir zu wissen, denn ich wusste, dass sie mir auf jeden Fall beisteht, wenn Probleme auftreten sollten. Ich konnte meinen Aufenthalt in Neuseeland darum umso mehr genießen und habe eine Menge toller Erfahrungen sammeln können. Ich rate wirklich jedem sich mal auf solch eine spannende Reise zu begeben und kann euch versichern, dass ihr mit Neuseeland, insbesondere Christchurch, nichts falsch machen könnt! Bei Almut seid ihr auf jeden Fall in guten Händen und werdet euren Auslandsaufenthalt somit wie ich in guter Erinnerung behalten!

 Constanze

Erfahrungsbericht: NEUSEELAND

 Neuseeland, das Land der Träume oder auch das Paradies genannt.
Wie oft hat man diese Worte schon einmal gelesen oder gehört? 

Ich möchte dir mit meinem Bericht meine Erfahrungen und Erlebnisse etwas näher bringen, damit du eine Vorstellung hast, wie so ein Auslandsaufenthalt in Neuseeland aussehen kann. 

Bestimmt schon zwei Jahre vorher wusste ich, dass ich in der 11. Klasse ins Ausland gehen möchte und zwar nach Australien oder Neuseeland.


Ich habe nicht lange gebraucht, eine Entscheidung zu treffen, denn nach einigem recherchieren wusste ich, dass es Neuseeland wird. Ohne jeden Zweifel!

Neuseelands Landschaften und Tierreich sind unglaublich vielfältig.

Es gibt saftig grüne Wiesen, worauf sich Schafherden überall auf den Hügeln verstreut haben, wunderschöne Strände und Buchten, große wie auch kleine, wo man vom Alltag abschalten kann und in Ruhe ein Sonnebad genießen, Surfen, Beachvolleyball spielen und andere Aktivitäten machen kann.

Auch gibt es riesige Wälder, die teils tropischen Regenwäldern gleichen, oder Gletscher, Vulkane und Gysire, die man in begleiteten Gruppen besteigen kann. 

Nicht zu vergessen ist natürlich die abenteuerliche Seite Neuseelands!

Beginnend mit dem Wildwasserrafting bis hin zum Paragliding, Bungy Jumping und Fallschirmspringen (Skydiving) ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Am Donnerstag, den 10.Juli 2008 war nun nach all den Vorbereitungen der Tag meiner Abreise.

Ich war wochenlang überhaupt nicht aufgeregt gewesen, hatte gar nicht richtig realisieren können, dass ich schon bald ein halbes Jahr lang nicht mehr mein „normales Leben“ leben würde.

Doch ab dem dritten Tag vor dem 10.Juli war ich überfüllt von verschiedenen Gefühlen.

Etwas Angst vor der Ungewissheit, Aufregung, Vorfreude und mögliche Vorstellungen, wie es in Neuseeland werden wird, schwirrten in meinem Kopf umher, da man weiß, dass in nur wenigen Tagen das Leben anders verläuft als bisher.

Das Umfeld wird anders, man muss sich neu orientieren, die Menschen sind anders, eine andere Sprache muss angewandt werden, um sich verständigen zu können und die Schule und Mitschüler sind neu für dich, die deine Freunde für dein „neues Leben“ werden. 

Sobald ich aus dem Flugzeug nach einer ca. 36 stündigen Reise ausgestiegen war, haben sich all die Punkte bestätigt. 

Nichts ist da, was du zuvor verlassen hast.

Du musst dich repräsentieren, etwas über dich erzählen und offen für Neues sein, damit du dich der Situation anpassen kannst.

Es ist falsch, sich an seinen vorigen Wunschvorstellungen fest zu klammern.

Jede Erfahrung, sei sie vielleicht im ersten Moment schlimm oder sogar unausstehlich, stärkt einen fürs weitere Leben.

Nimm die Dinge nicht zu ernst und setze dich nicht auf etwas fest. 

Flexibilität, Neugierde, Offenheit und eine positive Einstellung zu allem hilft, das alltägliche Leben im Ausland zu lieben und niemals zu vergessen!

 Besonders während des Fluges machte man sich Gedanken darüber, wie die Gastfamilie einen aufnehmen wird.

Wie schnell kann ich eine enge Beziehung zu ihnen aufbauen? Wird mich jedes Familienmitglied voll und ganz akzeptieren? Wird das gekocht, was ich gerne mag? Kann ich sie überhaupt verstehen bzw. kann ich mich mit ihnen auf Englisch gut unterhalten?

Kaum, dass ich die Treppen im Flughafen von Christchurch hinunter kam, stach mir meine Gastfamilie aus der riesigen Menschenmenge ins Auge, obwohl ich zuvor nur Email-Kontakt und einige Foto gesehen hatte.

Ich war überwältigt, denn nur wenige Meter vor mir standen vier niedliche Kinder zwischen 6 und 11 Jahren, die je ein DIN A4 Blatt mit einem Buchstaben meines Spitznamens darauf in den Händen hielten, sodass ich wusste, wohin ich gehörte.

Direkt daneben stand meine Gastmutter mit einem Kinderwagen, wo das jüngste Familienmitglied von fast zwei Jahren drin saß.

Sofort wurde ich herzlich von ihr umarmt, sodass ich mich gleich gut aufgenommen fühlte, ohne einen ganzen Satz bis jetzt mit ihr gesprochen zu haben.Selbst die Kinder, mit Ausnahme des einzigen Jungen im Bunde, waren hellauf begeistert eine „große Schwester“ zu haben. Sie redeten auf mich ein, sprangen um mich herum und stellten mir viele Fragen.

Ich war leicht überfordert, hatte schon erst gedacht, ich könne kein Englisch, weil Kinder doch ganz anders sprechen, als man es aus dem Schulunterricht gewöhnt ist.

Doch als wir alle im Auto saßen und ich das große Interesse von meinen Gastgeschwistern deutlich spüren konnte, war ich erfüllt von Freude, da ich wusste, dass dies eine Familie war, der ich nicht egal war, sondern dazugehören durfte.Selbst mein einziger Gastbruder, er war acht Jahre alt, sprang schnell über seinen Schatten hinweg und fragte mich allerhand über Star Wars Filme und Playstation aus. Ob ich die Filme alle gesehen hätte und ob ich mit ihm, wenn wir zu Hause angekommen waren, Playstation spielen würde. Ich schlug ihm vor, er könne es mir beibringen, und voller Stolz stimmte er zu und freute sich schon auf die Ankunft zu Hause.

In meinem neuen Zuhause angekommen, wurde ich sofort im Haus herum geführt.
Stolz präsentierten zwei meiner Gastschwestern ihre selbstgebastelten Karten, die sie für mich auf die Kommode gestellt hatten.

Ich war so überrascht, wie nett mich meine Gastfamilie aufgenommen hatte. Alles schien von solcher Herzlichkeit und Wärme zu sein, dass ich mich sofort wohl fühlte und wusste, dass ich das Haus, trotz der vielen Kinder und des vermutlich anstehenden Lärms, mein neues Zuhause nennen konnte!

Am Abend lernte ich noch meinen Gastvater kennen.Seine fröhliche Ausstrahlung, obwohl er gerade von einer Beerdigung gekommen war, machte es nicht schwer, sich sofort gut mit ihm zu verstehen.

Wir aßen alle gemeinsam zu Abend, unterhielten uns und gingen früh zu Bett.

Ich werde nie vergessen, wie die sechs jährige abends an meine Zimmertür klopfte, um mir einen Gute Nacht Kuss zu geben.

 Diese liebevolle Atmosphäre verspürte ich die ganzen Monate, die ich dort verbrachte.

 Auch wenn ich anfangs jeden Morgen früh wach wurde, weil meine Gastgeschwister schon früh auf den Beinen waren (später gewöhnte ich mich daran und wachte gar nicht mehr durch ihren Lärm auf) oder es ein paar Streitigkeiten unter meinen Gastgeschwistern gab, konnte ich den starken Zusammenhalt der Familie spüren, was mich stolz machte, auch ein Teil von ihnen zu sein, denn nie wurde ich wie ein Gast behandelt. Ich gehörte genauso dazu wie jeder einzelne von ihnen.

Schnell ging das Wochenende vorüber und am Montag begann für mich die Schule.Meine Gastmutter brachte mich beim ersten Mal hin.

Dort angekommen wurde ich in die Bücherei gebracht, wo noch mindestens 20 weitere Austauschschüler Platz genommen hatten.Darunter waren Deutsche, Brasilianer, Italiener und Asiaten.Ich konnte in ihren Gesichtern ablesen, dass sie sich genauso fühlen mussten wie ich.

Uns wurden die Schulregeln vorgelesen, lernten das Adventure Programm, das nur für die Austauschschüler an dieser Schule gegründet worden war, kennen und mussten einen Englischtest ausfüllen, damit die Schule uns in die verschiedenen Englischkurse besser einteilen konnte.

Eine Schuluniform tragen war für uns keine Pflicht.

Es ist wichtig, dass man sich nicht zu sehr an die Deutschen dran hängt, was wirklich schnell passiert, obwohl man es von Anfang an vermeiden will.Es ist so interessant, Leute im selben Alter auch aus anderen Ländern kennen zu lernen.Ihre Mentalität und Lebensart mit der eigenen zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen.

Gerade mit den Austauschschülern, die in der gleichen Situation sind wie du, kannst du sehr schnell Kontakte knüpfen. Sie haben die gleichen Gedanken wie du, möchten die gleichen Erfahrungen sammeln und stehen vor den gleichen Problemen, wenn es denn überhaupt welche gibt.

 Ich muss sagen, dass mir der Kontakt zu meinen neuseeländischen Mitschülern schwerer viel.
Das mag wohl daran gelegen haben, dass es an meiner Schule viele Austauschschüler jedes Jahr gab, sodass das Interesse der Einheimischen gesunken war.

Trotzdem: Wenn man sich in den Pausen zu ihnen gesellt oder einfach mal jemanden von ihnen nach dem Weg zu einem Unterrichtsraum fragt, auch wenn du eventuell weißt, wo er liegt, entwickelt sich wie aus dem Nichts eine Konversation mit einem Kiwi (so nennen sich die Neuseeländer).

 Ich hatte sechs Schulfächer. Es war für mich und die meisten anderen Austauschschüler kein Problem, dem Unterricht gut zu folgen.

Aufgrund dessen, dass wir zwei Mal die Woche mit dem Adventure Programm unterwegs waren, hatten wir nicht so viel Unterricht und Hausaufgaben zu machen.Das war natürlich eine tolle Sache, weshalb man eigentlich nicht das Gefühl hatte, in die Schule zu gehen. 

Nun habe ich schon einige Male vom Adventure Programm gesprochen, es allerdings noch nicht näher erläutert.

Dieses Programm ist perfekt für diejenigen, die sportlich aktiv sein wollen und Lust auf Abenteuer haben. Man durchwandert Wälder, erklimmt Hügel, um einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft zu genießen, durch- bzw. überquert Flüsse, die im Winter wirklich ungeheuerlich kalt sein können, sodass man denkt, die Hände und Füße würden absterben, klettert Wasserfälle hinauf und springt sie später wieder hinunter, lernt Kajak fahren, läuft Küsten entlang, springt von Klippen ins Meer, macht mehrtägige Ausflüge, bei denen man im Zelt oder in Hütten übernachtet, geht auf Walbeobachtungen und vieles mehr!

Es gab zwei Adventure Gruppen, die immer von zwei ausgebildeten Lehrern begleitet worden sind.

Ich kann nur sagen, dass dieses Programm jeden von uns, der da mitgemacht hat, hier und da auf die Probe gestellt hat.

Doch durch die kumpelhafte Beziehung unter uns und zu den Lehrern, haben wir uns alle gegenseitig unterstützt, jedes Hindernis zu überwinden.

Ich hatte beispielsweise immer Höhenangst gehabt, sobald es hieß, dass ich von irgendwo hinunter springen sollte, doch in Neuseeland habe ich gelernt, dies zu überwinden.Ich sprang von vier bis fünf Meter hohen Felsklippen oder kleineren Wasserfällen.

Ganz am Ende, zwei Wochen vor meinem Abflug zurück nach Deutschland, hatte ich mich sogar dazu gebracht, Fallschirmspringen zu gehen.

Nie, wirklich niemals hätte ich mir das zugetraut! Und das ist wirklich nicht nur meine Erfahrung! Von so vielen Austauschschülern habe ich gehört, dass sie in Neuseeland ihren vorigen Ängsten und Hemmungen ein Ende setzen konnten.

Ich glaube, dass ich noch nie so stolz war, als ich meine DVD vom Fallschirmspringen anschaute und später in den Händen hielt. Ich konnte es kaum abwarten, sie bald meiner Familie zu zeigen.

 Ich hatte die Möglichkeit während der zweiwöchigen Schulferien, Ende September Anfang Oktober, eine Südinseltour zu machen.Dort nahmen Austauschschüler aus aller Welt teil, die so wie ich in verschiedenen Städten Neuseelands zur Schule gingen und bei einer Gastfamilie lebten.
Diese zwei Wochen waren wohl der schönste, wenn auch kälteste und anstrengendste Urlaub meines Lebens.

Ihr habe so viel in nur zwei Wochen gesehen, sodass ich manchmal gar nicht glauben konnte, dass ich ein so schönes Panorama vor mir liegen hatte.Ununterbrochen war meine Kamera im Einsatz. Ich fotografierte und filmte von morgens bis abends.  

Das halbe Jahr ging viel zu schnell vorbei.
Ich kenne so viele, die ihren Aufenthalt verlängert haben, um das wunderbare Leben in Neuseeland länger genießen zu können.

Auch wenn ich weiß, dass ich eines Tages dorthin zurückkommen werde, es wird nie mehr so werden, wie es gewesen ist.

Der Einstieg in Deutschland war für mich nicht schwer, gerade vielleicht auch deswegen, weil ich die Schule gewechselt habe und somit wenigstens ein Teil neu für mich war und ich mich nicht an all das alte wieder gewöhnen musste.

Gerade am Anfang hat man Fernweh, ist aber dennoch glücklich, wieder den persönlichen Kontakt zu seiner Familie und den alten Freunden zu haben.

Letztens habe ich ein paar Italiener in Mailand besucht, die auf der Südinseltour meine Freunde geworden sind. Auch zu vielen anderen habe ich immer noch Kontakt.

Man sammelt nicht nur seine eigenen Eindrücke, sondern auch die von den anderen Austauschschülern. 

 Wenn man zurück in Deutschland ist und die Leute einen Fragen stellen wie:„Und? Wie war’s?“
Dann weiß man gar nicht wo man anfangen soll.Im Endeffekt merkt man aber doch, dass die Zuhörer nicht wirklich verstehen können, was du alles in den ganzen Monaten erlebt hast.
Sie können bestimmte Situationen nicht nachvollziehen, weil man sie einfach selbst erlebt haben muss.

Deshalb wirst du stolz sein, dass du jemand bist, der so viel gesehen und erlebt hat, und dass nur in so kurzer Zeit!

 Ich wünsche jedem, dass er/sie auch die Möglichkeit hat, eine so großartige Erfahrung zu sammeln! Ich würde jeder Zeit mit ihm/ihr tauschen, um das was geschehen ist, noch einmal erleben zu können!

Als kleinen Hinweis noch: Gebt euer ganzes Taschengeld nicht unnötig für Kleidung und Essen aus, sondern spart es für Reisen und Aktivitäten.

Die sind teuer genug und viel prägender, als das, was du auch in Deutschland kaufen kannst.

von Steffi O